Schimmelreiter
Eigentlich wollten wir im Mai zurück aufs Land und direkt hinter den Deich ziehen...Die Doc Blog Dogs als Deichgraf und Deichgräfin - Ihr kennt ja sicher noch Storms Novelle vom Schimmelreiter.
Ganz so tragisch wie in der Geschichte ging es bei uns nicht aus - aber beinahe hätten wir arg unsere Gesundheit gefärdet: das Haus hinterm Deich hatte nämlich Mitbewohner: Schimmelpilze.
In Millionen deutscher Wohnungen und Häuser leben die Biester als unerwünschte Untermieter. Die Sporen vermehren sich vor allem an feuchten Wänden. Ungehemmt wuchern sie auf Putz und Tapete und hinterlassen gelbe, graue oder schwarze Flecken - oft auch hinter Schränken oder Wandverkleidungen.
Gelangen die mikroskopisch kleinen Sporen in die Atemwege, können sie die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. Die Symptome reichen von Dauerschnupfen und Asthma über Dauermüdigkeit bis hin zu Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und andern neurologischen Symptomen.Lebensgefährlich sind sie für Krebspatienten, Organtransplantierte, HIV-Patienten. Einer amerikanischen Studie zu Folge stirbt dort inzwischen jeder 7.(!) Patient auf Intensivstationen an den Folgen eines Pilzbefalls.
Einen aktuellen Überblick zu Publikationen und Diskussionen zeigt die Sammlung Gesundheitliche Auswirkungen
von Schimmelpilzen in Wohnräumen.
Bei Pilzbefall der Wohn- oder Arbeitsräume muß unbedingt gründliche, fachmännische Abhilfe geschaffen werden, um ernsthafte Gesundheitsrisiken und -Schäden zu vermeiden. Der klassische Vermieterspruch "das kommt alles nur, weil sie falsch lüften" und "Oberflächenkosmetik" helfen da nicht weiter.
Auch unser beinahe Vermieter zeigte sich leider uneinsichtig, was Ursache (feuchte Keller und Wetterwände) und notwendige Sanierungsmaßnahmen betrifft.
Glücklicherweise haben wir das noch rechtzeitig vor dem Umzug gesehen. Und bleiben, wo wir sind.
Doc Sarah Schons - 19. Apr, 19:05
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